Tischtennisspieler genießen Pfingstsonne auf Rügen
Tischtennis: Die Freizeit der Erwachsenen führte die Aktiven und Freunde der Abteilung im Jahr 2008 auf die Insel Rügen
Zur traditionellen Pfingstfreizeit ging es für 12 Tischtennisbegeisterte in diesem Jahr auf die Insel Rügen. Die Gruppe startete am Freitagmorgen vom Osnabrücker Hauptbahnhof und kam - nur kurz aufgehalten durch den 11 Uhr-Zug - am Mittag pünktlich am Inselbahnhof des Ostseebades Binz an. Das Wetter hielt schon jetzt, was die Vorhersage versprochen hatte: Keine einzige Wolke war am Himmel auszumachen und das sollte zur Freude aller auch die nächsten Tage so bleiben. Mit dem Bus ging es zum südöstlichen Zipfel der Insel, nach Sellin (zur Homepage). Nach dem Beziehen der Zimmer in der zentral gelegenen Jugendherberge (zur Homepage) stand erst einmal die Besichtigung der Umgebung auf dem Programm. Ebenso kurios wie beschwerlich ist auf Rügen der Weg zum Strand: Es geht hier nämlich zunächst bergauf bis hoch auf die Steilküste und dann ebenso schnell wieder hinunter zum Wasser - wenn man denn eine entsprechende Treppe findet. Am Strand entlang ging es dann zum Wahrzeichen Sellins, der nach der Wende neu errichteten Seebrücke (Bild).
Am Samstag begann dann mit dem Abholen der Mietfahrräder unser eigentliches Programm. Hermann Placke als Cheforganisator, unterstützt vom Kulturbeauftragten Oliver Koch, vertraten Edeltraut Menke hervorragend, die leider in diesem Jahr aus terminlichen Gründen nicht dabei sein konnte. Mit unseren gelben Fahrrädern (dazu später mehr) machten wir uns auf in Richtung der Residenzstadt Putbus, der sogenannten "Weißen Stadt", die im 19. Jahrhundert komplett im klassizistischen Stil um- und ausgebaut wurde (weiter Infos dazu hier: Putbus bei Wikipedia).
Von dort aus sollte es nach der immerhin über 40 km langen Radtour mit der Schmalspurbahn Rasender Roland (Bild) zurück nach Binz gehen (Der Rasende Roland bei Wikipedia). Doch bevor wir dort ankamen, stellte uns der "Radweg" noch einige Hindernisse in Form von Treibsand und Steigungen jenseits der 20% in den Weg. Erschwerend hinzu kam noch, dass die 3-Gang-Schaltungen einiger unserer Fahrräder sich über die Jahre dazu entschlossen hatten, sich auf zwei oder nur einen Gang zu beschränken - ein Kompliment an dieser Stelle an Wilhelm, der sein 1-Gang-Fahrrad trotzdem fast jede Steigung hinaufzwang. Bis zum Jagdschloss Granitz, das Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus ebenso wie "seine Weiße Stadt" im 19. Jahrhundert errichten ließ, mussten jedoch alle das letzte Stück schieben - selbst unser fast-Radprofi Hermann. Vielleicht hat er das aber auch nur aus Höflichkeit getan - am darauffolgenden Tag meisterte er schließlich als einziger die Steigung vom Strand auf die Steilküste nahe unserer Jugendherberge!
Doch genug von der Berichterstattung über die Radfahrqualitäten unserer Mitstreiter. Das Granitzer Jagdschloss war die Anstrengung in jedem Fall wert gewesen. Nicht umsonst ist es das meistbesichtigte Schloss in ganz Mecklenburg-Vorpommern (Jagdschloss bei Wikipedia). Unsere Route führte uns weiter nach Binz, wo wir bei einer Stärkung am Eisstand wegen unserer gelben Fahrräder erstmals als Ausflugsgruppe der Post identifiziert wurden. In der Folge hatten wir stets ein schlechtes Gewissen, denn jeder Blick der Vorbeigehenden schien ein Spur Neid zu enthalten nach dem Motto: So wird also bei der Post gestreikt. Also sahen wir zu, dass wir weiterkamen.
An der Küste entlang ging es - in dem besonders feinen Radwegsand mal schiebend, mal etwas wacklig fahrend - weiter bis zum monumentalen Seebad Prora, einem von der nationalsozialistischen "Kraft durch Freude"-Organisation errichteten Hotelkomplex von sage und schreibe 4,5 km Länge ("Koloss von Prora" bei Wikipedia). Hier legten wir am Strand eine kurze Rast ein, bevor es zügig weiterging - schließlich durften wir unseren Zug nicht verpassen. Die Sandwege hatten jetzt zwar ein Ende, dafür spielten wir jetzt ein wenig Verkehrshindernis, als wir einige Bundesstraßen kurzerhand zum Radweg umfunktionierten. Endlich in Putbus angekommen, konnten wir noch in einem Biergarten einkehren, bevor wir dann im Rasenden Roland endlich die Beine baumeln lassen konnten und trotzdem voran kamen. Aber bei einer Sportfreizeit darf natürlich auch derselbige nicht zu kurz kommen und so ging es nach der Ankunft in Sellin gleich mit dem Volleyball an den Strand - die angestrebten 100 Ballkontakte konnte die Gruppe jedoch nicht in die Tat umsetzen. Motivator Björn war mit seinem Werk nicht zufrieden und kündigte an, dass wir daran in den folgenden Tagen noch arbeiten würden.
Am Sonntagmorgen stand eine Schiffrundfahrt von Sellin über Binz und Sassnitz zu den berühmten Kreidefelsen auf dem Programm. Perfekt ins Bild gesetzt von den Info-Durchsagen des Kapitäns umschipperten die 12 TSVler gemütlich die Insel und fotografierten und filmten alles, was ihnen "quer ab, also senkrecht bzw. im 90°-Winkel" vor die Linse kam (im Bild der bekannteste Kreidefelsen, der Königsstuhl mit Aussichtsplattform). Auch an diesem Tag verwöhnte uns der Himmel wieder mit strahlendem Sonnenschein und dank Björns Einsatz konnten wir diesen auch in zwei Sitzgruppen auf dem Freideck genießen. Nach der Schifffahrt ging es wieder mit dem Fahrrad los - diesmal in Richtung Süden. Das Ziel lautete Göhren und diesmal wurden wir nicht von der Sonne, sondern von der Route verwöhnt: ein Radweg war schöner als der andere und gefühlt ging es den ganzen Tag leicht bergab. Der abendliche Besuch in einem Selliner Fischrestaurant hatte neben dem kulinarischen auch einen echten Unterhaltungswert - an dieser Stelle nur der Hinweis auf den Champagner in Massen konsumierenden Nebentisch.
Am Montag räumten wir unsere Zimmer in der DJH und nach einem kurzen Abschiedsspaziergang durch Sellin ging es noch einmal ans Meer. Hier wurden nun endlich die 100 Ballkontakte geknackt (trotz der zittrigen Finger ab spätestens 88) - eine Spur der Freude, die sich daraufhin einstellte, ist auf dem Bild beim anschließenden "wir haben die 100 geschafft"-Bier noch zu erahnen. Dann ging es auch schon wieder Richtung Hiemat. Nach der Busfahrt hatten wir noch einen kurzen Aufenthalt in Binz, der nochmals zum Besuch des Strandes und zur körperlichen Stärkung genutzt wurde. Die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn meisterte die Gruppe trotz des etwas hektischen Umsteigens in Hamburg ohne Probleme und die Wissbegier der Mitfahrer wurde vom Bahn-Experten Björn fast immer zufriedenstellend gestillt.
Auf der Rückfahrt waren sich alle einig: Rügen war eine Reise wert und auch im nächsten Jahr wollen bei der Freizeit wieder alle dabei sein. Hoffentlich beschert uns der "Norderney-Bonus" auch dann wieder so ein Wetter wie im letzten und in diesem Jahr!
Gruppenfoto vor dem Jagdschloss Granitz
hinten v.l.: Henry Leiendecker, Christian Müller, Daniel Thelker, Jonas Köster, Oliver Koch,
Wilhelm Koslowski
vorne v.l.: Hermann und Renate Placke, Janina und Björn Büttner, Helga Koslowski
es fehlt: Sigrid Leiendecker
Ein echtes Büttner-Gemälde: "Vier Junggesellen vor Bäderkulisse"
ganz unschuldig tut als zweiter von rechts Telefonschreck Oliver Koch...
(..."Christian Müller?" - "Ja hallo, hier ist Olli!")
Björn fotografiert Henry, der gerade das Jagdschloss fotografiert
"Guck mal da!" Wilhelm zeigt Sendung mit der Maus-Qualitäten beim
Erläutern der Funktionsweise einer Dampflok
"Entrez, s'il vous plaît, madame!"
Warten auf das Schiff... welches ist denn bloß das richtige??
Kreideküste quer ab
Das Sonnendeck unseres Luxuskreuzers
Strandpromenade in Sellin
Bilder: Björn Büttner
Jonas Köster am Freitag, den 16. Mai 2008 um 11:15 Uhr
