Die Tischtennisfreizeit 2006 führte nach DresdenTischtennis: Kul­tur und Na­tur „pur“ er­leb­te die Rei­se­grup­pe des TSV auf ih­rer dies­jäh­ri­gen Tisch­ten­nis­frei­zeit in Dres­den

Die Tischtennisfreizeit 2006 führte nach DresdenAl­les be­gann auf dem Os­na­brü­cker Bahn­hof; da ging es im be­que­men IC über Ham­burg bis Ber­lin. Dann wur­de es nost­al­gisch, der Re­gio­nal­ex­press über Rie­sa bis Dres­den führ­te mit­ten durch den Flä­ming. Am Ziel an­ge­kom­men und ge­stärkt ging es dann auf Ent­de­ckungs­tour durch die Alt­stadt. Wer es noch nie ge­se­hen hat­te, war fas­zi­niert von der Schön­heit und den pracht­vol­len Bau­wer­ken. Von der Brühl­schen Ter­ras­se ging der Weg zum Sym­bol der Mu­sik­stadt Dres­den, der Sem­per­oper, da­vor das Rei­ter­stand­bild von Kö­nig Ge­org von Sach­sen. Wei­ter führ­te der Weg zum Zwin­ger. Gi­gan­tisch an­zu­se­hen das reich ver­zier­te 36 m ho­he Kro­nen­tor; ei­ner der drei Ein­gän­ge in den Zwin­ger­hof. Über den Schloss­platz, vor­bei an der Kath. Hof­kir­che bis zum „Fürs­ten­zug“, wo auf 25000 Meiß­ner Por­zel­lan­flie­sen al­le säch­si­schen Kö­ni­ge und Kur­fürs­ten des Hau­ses Wet­tin dar­ge­stellt sind. Dann er­strahl­te sie plötz­lich in ih­rer gan­zen Schön­heit, die Frau­en­kir­che. Der Turmauf­stieg bot so­wohl den Blick in den In­nen­raum der Kir­che als auch ei­nen fas­zi­nie­ren­den Rund­blick von oben auf die Stadt. Ge­fan­gen ge­nom­men von der Pracht der Ge­stal­tung und Be­ma­lung des In­nen­rau­mes, bis zu den Em­po­ren und im be­son­de­ren der Al­tar mit der Or­gel war die lan­ge War­te­zeit schnell ver­ges­sen. Frisch ge­stärkt und bei im­mer bes­ser wer­den­dem Wet­ter soll­te die Bas­tei er­klom­men wer­den. Ei­ne Grup­pe wähl­te den Wan­der­weg von Weh­len über den Stei­ne­ren Tisch, wäh­rend die an­de­ren von Ra­then über die Bas­tei­brü­cke oben an­ka­men. Dort wur­de wie­der ein­mal klar -Ven­ner trifft man über­all- und mit ei­nem lau­ten „Hal­lo“ grüß­ten die Tisch­ten­nis­sport­ler Hart­mut und Chris­ta, die mit ih­rer Toch­ter ei­nen Kurz­ur­laub ge­nos­sen. Die fast 1000 Stu­fen durch die „Schwe­den­lö­cher“ hat­ten al­le für die berg­ab ge­hen­de Rück­tour ge­wählt. Ge­müt­lich mit ei­ner Schiff­fahrt auf dem Rad­damp­fer be­gann die Tour zur Fes­tung Kö­nig­stein. Be­vor uns der neue Pan­ora­ma­auf­zug vom Ein­gang auf die Fes­tung brach­te, war wie­der die Kon­di­ti­on beim Auf­stieg ge­for­dert. Die im Jahr 1241 erst­mal ur­kund­lich er­wähn­te Burg­an­la­ge um­fasst ein Ge­län­de von 9,5 ha und ist mit ei­ner 2,2 km lan­gen Mau­er­kro­ne um­ge­ben. Im­mer wie­der ein fan­tas­ti­scher Aus­blick auf die Säch­si­sche Schweiz mit dem ge­gen­über der Fes­tung lie­gen­den Li­li­en­stein.
Dann wur­de uns ein ar­chi­tek­to­ni­sches Wun­der­werk de­mons­triert. In den Jah­ren 1563-69 ließ der Kur­fürst Au­gust von Frei­ber­ger Berg­leu­ten ei­nen 152,5 m tie­fen Brun­nen in den Sand­stein bau­en. Über 48 Lei­ter­sys­te­me, nach je­weils 5 Lei­tern mit ei­ner Platt­form, er­folg­te so­wohl der Ab­trans­port des Ge­steins wie auch des sich an­sam­meln­den Was­sers. Be­vor die Tech­nik Ein­zug hielt muss­ten 287 Jah­re lang 4 Män­ner in ei­nem Lauf­rad täg­lich 28800 Schrit­te tun, um das Was­ser nach oben zu be­för­dern. Bei der De­mons­tra­ti­on konn­te auf ei­nem Mo­ni­tor die Was­ser­be­för­de­rung ge­nau ver­folgt wer­den; eben­so die Tat­sa­che, dass es 16 Se­kun­den dau­ert, bis der In­halt ei­nes Gla­ses un­ten an­kommt. Als wir am letz­ten Tag, dann noch den Film „Dres­den da­mals und heu­te“ sa­hen, da be­grif­fen wir „Die Per­le des Ba­rocks“ ist un­ter­ge­gan­gen und ver­stan­den was Ger­hard Haupt­mann im März 1945 sag­te: „Wer das Wei­nen ver­lernt hat, der lernt es wie­der beim Un­ter­gang Dres­dens“. Um­so be­wun­derns­wer­ter was in den Jah­ren wie­der auf­ge­baut wur­de und mit der Frau­en­kir­che hat Dres­den nun sein Ge­sicht wie­der be­kom­men.

Ne­ben den vie­len Ein­drü­cken kam na­tür­lich die Ge­sel­lig­keit und der Spaß nicht zu kurz. In un­se­rer tol­len Trup­pe hat­ten wir so­gar ein Ge­burts­tags­kind da­bei.

Edel­traut Men­ke

Veröffentlicht am Dienstag, den 30. Mai 2006 um 13:25 Uhr