75 Jahre TSV-Venne

1928 – 1940
Die ersten Anfänge, in Venne einen Turnverein ins Leben zu rufen, gab es schon in der Kaiserzeit vor dem ersten Weltkrieg. Um die Jugend sportlich bilden zu können, wurde von den verantwortlichen Männern der Samtgemeinde Venne, an der Spitze der damalige Pastor Mielke, beschlossen, auf einem Grundstück der Kirchengemeinde Venne dem so genannten „Piepergarten“ an der jetzigen Osnabrücker Straße eine Turnhalle zu errichten. Als der Rohbau fertig war, brach 1914 der Krieg aus und der Bau kam zum Erliegen. Nach Kriegsende war von der Gründung eines Turn- oder Sportvereins keine Rede mehr. Es gab anderes zu Bedenken. Von der Fertigstellung der Turnhalle wurde nicht mehr gesprochen, der dafür vorgesehene Bau wurde anderen Zwecken zugeführt. Wohnungen für Arzt, Lehrer und Gendarm waren wichtiger und wurden dort eingerichtet. Auch ein größerer Raum für die Unterrichtung der Konfirmanden, den Konfirmandensaal fand dort Platz. Aber auch wenn das Gebäude nie sportlichen Zwecken gedient hat, für die älteren Venner Einwohner hat es den Namen „Turnhalle“ behalten.

Im Jahre 1927 tauchte dann wieder der Gedanke auf, in Venne einen Turnverein zu gründen. Hauptinitiator war Heinrich Lienhop junior, der den Bramscher Turnverein leitete. Er erbot sich, mit den Bramscher Turnern in der Schützenhalle ein Werbeturnen zu veranstalten um so bei den Venner Bürgern Interesse für die Gründung eines Turnvereins zu wecken.

Für die Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung wurde ein Ausschuss gebildet, dem folgende Personen angehörten:

Dr. Härtel, Otto Kaiser, Wilhelm Miefert, Hermann Höner zu Drewer, Wilhelm Klußmann, Wilhelm Otte in Holte, Wilhelm Hellmann und Heinrich Lienhop.

Der Termin für das Werbeturnen wurde am 05. Februar 1928 festgesetzt. Die Zuschauer hatten einen Eintrittspreis von 0,50 Reichsmark zu entrichten, für den anschließenden Tanz 1,00 Reichsmark. Festwirt Burlage erhielt für 50,00 Reichsmark den Zuschlag, die Gäste zu bewirten. Die Mitglieder des Ausschusses verpflichteten sich, bei einem eventuellen Fehlbetrag zu dessen Deckung 2,00 Reichsmark zu entrichten.

Das Werbeturnen muss erfolgreich verlaufen sein, denn schon am 28. Februar 1928 fand die Gründungsversammlung statt. 25 Anwesende erklärten ihren Beitritt. Es wurde eine Sitzung beschlossen, in der es unter anderem hieß:


(§1) Der Verein erhält den Namen Turnverein Venne

(§2) Zweck des Vereins ist die Förderung des deutschen Turnens, als ein Mittel zur körperlichen und sittlichen Kräftigung und die Pflege deutschen Volksbewusstseins und väterlichen Gesinnung


Das Aufnahmegeld betrug 0,50 Reichsmark, die Beiträge wurden festgesetzt auf Jährlich 4,00 Reichsmark für Turner und 3,00 Reichsmark für Turnfreunde (passive Mitglieder).

Es sollte einmal wöchentlich geturnt werden. Hieraus geht hervor, dass es ein reiner Turnverein war, andere Sportarten waren zunächst nicht gefragt.

Der erste Vorstand setzte sich wie folgt zusammen:


1. Vorsitzender Dr. Härtel
2. Vorsitzender Hermann Höner zu Drewer
Schriftführer Heinrich Buddenberg
Kassenwart Wilhelm Miefert
Turnwart Hermann Höner zu Drewer
Beisitzer Wilhelm Otte in Holte und Karl Eggemann

Der Vorstand bemühte sich als erstes geeignete Sportstätten zu finden. Für das wöchentliche Turnen wurde der Linnenschmidtsche Saal für einen jährlichen Beitrag von 50,00 Reichsmark angemietet. Der Schulverband genehmigte den Turnern die Benutzung des Sportplatzes für Spiele.

Daneben stellte der Vorstand bei der Wasserstraßendirektion Osnabrück einen Antrag auf Badeerlaubnis im Mittellandkanal. Diese wurde am 11. Juli 1928 durch das Wasserbauamt Osnabrück erteilt. Es erlaubte dem TSV Venne, zwischen Kilometer 46,7 und 46,9 den Mittellandkanal zum Baden und Schwimmen zu benutzen und in der Böschung eine Treppe anzulegen. Gegen eine jährliche Gebühr von 10,00 Reichsmark.

Im November 1928 erfolgte die Aufnahme des Vereins in den Osnabrücker Turngau.

Durch diese Initiative des Vorstandes stieg die Mitgliederzahl 1929 auf 66 an. Aber schon 1930 sank sie wieder auf 42, später gar auf 12 Mitglieder. Schuld daran war die einsetzende Weltwirtschaftskrise mit ihrer großen Arbeitslosenzahl, aber auch wohl der oftmaligen Wechsel im Vorstand.

Es kam aber auch zum Tragen, dass nicht alle Mitglieder zum Turnen tendierten. Weil Fußball im TV Venne nicht gespielt wurde und auch nicht vorgesehen war, traten einige Mitglieder wieder aus und gründeten Anfang der 30er Jahre den Fußballklub „Olympia Venne“. Einzelheiten über Gründung und Entwicklung dieses Vereins liegen nicht vor, aber aus mündlichen Überlieferungen sind als Mitglieder die Namen Willi und Fritz Schütte, Heinrich, Gustav und Otto Laumerich, Gustav und Heinrich Beek sowie Friedrich Feuerhake bekannt.

Obwohl der Sport nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler und die NSDAP in den Jahren nach 1933 immer mehr zum politischen Instrument wurde, ging es im Verein zunächst wieder aufwärts. Am 17. April 1933 wurde ein öffentliches Turnfest im Saale Linnenschmidt veranstaltet, welches mit einem Umzug durch das Dorf eingeleitet wurde. Erstmals wurde 1934 auch eine Damenriege ins Leben gerufen, die regen Zuspruch hatte.

Unter dem Vorsitzenden Hugo Klein bekam der Verein von oben her eine neue Satzung verordnet, in der er den Namen „Gut Heil Venne“ erhielt. In der Satzung hieß es unter anderem:


„Mitglieder können nur unbescholtene Deutsche sein.“

„Deutsche sind Volksgenossen reines Blutes, deren Eltern und Großeltern Arier sind.“


Mit der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und des Reichsarbeitdienstes gestaltete sich das Vereinsleben immer schwieriger. Viele junge Sportler wurden eingezogen und standen dem Verein nicht mehr zur Verfügung. Zudem ging der Sport immer mehr in die Hände der Jugendorganisationen der NSDAP, Hitlerjugend und BDM über.

Mit dem Ausbruch des zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 kam das Vereinsleben gänzlich zum Erliegen.

1946 – 1960

Wiedergründung und Aufbau

Mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht wurde der unselige Krieg nach 5½ Jahren blutigen Ringens beendet. Er hatte namenloses Elend über Deutschland, die Welt und auch über Venne gebracht. Viele junge Sportler sahen ihre Heimat nicht mehr wieder.

Aber die Jugend ließ sich nicht beirren. Es sollte und musste wieder aufwärts gehen. Die englische Besatzungsmacht hatte in der britischen Zone die Wiedergründung der Sportvereine genehmigt, die schon vor 1933 bestanden hatten. Nun tauchte auch in Venne bald wieder der Gedanke auf, einen Sportverein zu gründen. Keimzelle für die Gründung war die damalige Wirtschaft Schwarze an der Hunteburger Straße. Als sich hier einige Turner zu einem ersten Gedankenaustausch trafen und sich mit dem Turnergruß „Gut Heil“ begrüßten, hatte das irgendjemand falsch verstanden und daraus den Nazigruß „Heil Hitler“ vernommen. Die Militärpolizei wurde gerufen, die Turner wurden verhaftet und durften eine Nacht im Gefängnis am Neumarkt verbringen. Dann klärte sich alles auf und sie wurden mit einer Ermahnung entlassen. Aber das konnte die Entwicklung nicht aufhalten. Der letzte 2. Vorsitzende des Vereins vor dem Kriege, Heinrich Vallowe und der damalige Samtgemeindevorsteher Ernst Ballmeyer fuhren mit Pferd und Wagen nach Wittlage zum britischen Kommandanten um die Erlaubnis zur Wiedergründung des Vereins einzuholen. Dieses wurde nach langen, schwierigen Verhandlungen erteilt und unter der Leitung des Vorturners Gustav Meyer wurde in der Schützenhalle der Turnbetrieb aufgenommen.

Die offizielle Versammlung zur Wiedergründung fand am 27. Januar 1946 in der Gastwirtschaft Schwarze statt. Überliefert ist nur, dass auf dieses Versammlung folgender Vorstand gewählt worden ist:


1. Vorsitzender Wilhelm Meyer
2. Vorsitzender Otto Kriete
Schriftführer Willi Sander
Kassierer Heinrich Vallowe
Stellvertreter Winfried Schwarze und Otto Vallowe
Vorturner Gustav Meyer
Beisitzer Otto Hehemann und Otto Laumerich

Man ging also nach der alten Satzung vor und benannte wohl einen Vorturner, aber keinen Sportwart und auch keinen Fußballobmann. Die Wiedergründung war unter dem Namen „SV Venne 46“ erfolgt und wurde am 1. Ostertag 1946 mit einem großen Sportfest gefeiert. Neben weiblichen und männlichen Geräteturnern (Die Riesenwelle am Reck von Gustav Meyer war fast eine Sensation) trat auch erstmals eine Venner Fußballmannschaft in einem Spiel gegen den Hunteburger SV in Aktion.

Die Veranstaltung war ein toller Erfolg und zog viele Zuschauer an. Wilhelm Beinker aus dem Vennermoor hatte einen Wagen mit jungem Birkengrün geschmückt und brachte damit Zuschauer aus dem Moor ins Dorf. Beim abendlichen Tanz war die Schützenhalle total überfüllt.

Auf diesen erfolgreichen Start galt es nun aufzubauen. Großen Zulauf hatten bald die Turner. Weibliche und männliche Turnriegen begeisterten mit ihren Künsten an den Geräten und am Boden auf den von Gustav Meyer und Willi Sander organisierten Sportfesten. Heinz Wellner gründete eine Handballabteilung und unter seiner Leitung bildeten sich spielstarke Damen- und Herrenmannschaften, die damals im Feldhandball viel von sich reden machten. Nur die Fußballer hatten es am Anfang schwer und konnten trotz aller Bemühungen ihres Betreuers Willi Schütte nicht richtig Fuß fassen. Lediglich die Jugendmannschaft war spielstark genug um zu Erfolgen zu kommen.

Aber alle aktiven Sportler hatten darunter zu leiden, dass der damalige Vorstand im Grunde andere Interessen verfolgte. In der Leitung des Vereins hatte es noch 1946 eine grundlegende Änderung gegeben, deren Ursache näher erläutert werden muss.

Die britische Militärregierung hatte in ihrer Besatzungszone alle Vereine, die irgendwelchen militärischen Charakter hatten, verboten. Hierzu zählte nach englischer Auffassung auch der Schützenverein Venne. Nun hatte aber der Venner Schützenverein neben der Schützenhalle auch einige tausend Reichsmark an Barvermögen. Um nun dieses Vermögen vor einer eventuellen Beschlagnahme zu bewahren, löste man kurzerhand den Schützenverein auf und führte ihn als Sparte „Kegeln“ dem Sportverein zu. Wie dies im einzelnen vonstatten gegangen ist, kann nicht mehr nachvollzogen werden. Bei der Genehmigung dieser Transaktion scheint dem britischen Residenzoffizier in Wittlage auch nicht aufgefallen zu sein, dass es in Venne auch nicht eine einzige Kegelbahn gab, wo man diesen Sport hätte ausüben können. Auf jeden Fall waren die Mitglieder des Schützenvereins nun plötzlich Mitglieder des Sportvereins – ein Novum im Venner Vereinsleben und im Sport. Da nun die Schützen den übrigen Mitglieder an Zahl überlegen waren, war es nur eine Frage der Zeit, dass der Vorstand des Schützenvereins im Sportverein das Sagen hatte. So löste im November 1946 Heinrich Meyer seinen Sohn Wilhelm Meyer als Vorsitzender ab und auch die übrigen Vorstandsmitglieder kamen hauptsächlich aus dem Schützenverein. Man dachte aber nicht daran, dass so gerettete Vermögen auch dem Sportverein zur Verfügung zu stellen, soweit ging die Liebe nicht. Dass diese betagten, in Ehren ergrauten Männer wenig für die Belange des Sports übrig hatten, liegt auf der Hand. Sie waren eben Schützen und keine Sportler. So waren auf den Versammlungen des Vereins Auseinandersetzungen zwischen Schützen und Sportlern an der Tagesordnung und der vom Vorstandsmitglied Ernst Lüssenheide oft zu hörende Zwischenruf: „Zur Geschäftsordnung“ wurde im Sportverein zum geflügelten Zitat.

Weil der Vorstand für den Sportbetrieb nur wenige Mittel bewilligte, waren die einzelnen Abteilungen gezwungen, für sich selbst zu sorgen. Da käuflich kaum etwas zu erwerben war, mussten alle Sportgeräte, Trikots, Stutzen, Bälle usw. im Tauschgeschäft angeschafft werden.

Trotz dieser widrigen Umstände ging es auf den sportlichem Sektor weiter. Zwar zog sich die Herrenmannschaft im Handball um Gerhard Thelker, Willi und Herbert Eggemann, Heinrich Hehemann, Gustav Rehme, Willi Kuhlmann und Heinz Wellner – um nur einige wenige zu nennen – wegen Mangel an Nachwuchs schon nach einem Jahr vom Spielbetrieb zurück, aber die Damen-Handballmannschaft konnte durch junge Spielerinnen immer wieder aufgefrischt werden und spielte bis 1949 eine große Rolle im Vereinsleben.

Die Namen der Spielerinnen Erna Schwarze (Gering), Luise Hinnenkamp (Schleibaum), Ella Schleibaum (Hehemann), Erna Bockbreder (Grave), Gerda Ebeling (Meyer), Lotte Ebeling (Schröder), Irmgard Brüggemann (Stibale), Elfriede Echelmeyer (Wichmann) und Edith Wichmann (Siegmann) mögen hier für alle stehen.

Die Turnriege hatte nach wie vor großen Zulauf und konnte oft auf Sportfesten ihr Können zeigen. Auch die erste Fußballmannschaft wurde durch den Einbau junger Spieler und vor allem durch den Wechsel von Rolf Reusch zum SV Venne wesentlich stärker und allmählich zum beachteten Gegner. Mit der Wiedergründung des Venner Schützenvereins im Jahre 1949 trat auch der Vorstand zurück und ein neuer musste gewählt werden. Dieser setzt sich zusammen aus:


1. Vorsitzender Willy Scholle
2. Vorsitzender Heinrich Vallowe
Schriftführer Heinrich Buddenberg
Kassierer Heinrich Vinke

Unter ihrer Riege fand das erste Kreissportfest 1949 in Venne statt. Aus allen Sportvereinen des Kreises Wittlage fanden sich Sportler in Venne ein und beteiligten sich am Festumzug und an den Wettkämpfen. Es wurde den zahlreichen Zuschauern Sport in jeder Form – von Geräte- und Bodenturnen über Leichtathletik bis hin zu Ballspielen – geboten. Ein für die damalige Zeit großartiges Ereignis.

Im Fußball wurden inzwischen in allen Klassen Meisterschaftsrunden ausgetragen. Im Jahre 1950 konnte die 1. Mannschaft des SV Venne die Kreismeisterschaft nach Venne holen und wurde unter der Regie von „Männe“ Lienhop begeistert gefeiert. Ältere Einwohner werden sich noch an den triumphalen Einzug der Mannschaft (Zuschauer saßen auf den Kotflügeln des Busses) erinnern. In fast gleicher Aufstellung konnte die Mannschaft den Titel 1951 erneut erringen.

Der 1. Vorsitzende Willy Scholle, Schriftführer Heinrich Buddenberg und Kassenwart Heinrich Finke traten 1952 von ihren Ämtern zurück. Zum neuen Vorstand wurden gewählt:


1. Vorsitzende Werner Lüssenheide
2. Vorsitzende Heinrich Vallowe
Schriftführer Otto Lüssenheide
Kassenwart Otto Lüssenheide

Der geschäftsführende Vorstand blieb in dieser Besetzung bis 1973 ununterbrochen im Amt und hat in diesen 21 Jahren maßgebend dazu beigetragen, den TSV Venne zu einem Sportverein moderner Prägik zu gestalten. Als der Verein im Jahre 1953 sein 25-jähriges Bestehen feiern wollte, kam es zu Meinungsverschiedenheiten über die Benennung des Vereins. In der Fußballabteilung vertrat man nicht ganz zu Unrecht die Auffassung, unter dem Namen SV Venne 46 hätten die Fußballer Meisterschaften nach Venne geholt, auch andere Erfolge errungen und habe so den Namen Venne weiterhin bekannt gemacht. Die Turnabteilung hielt dem entgegen, der Begriff „Turnen“ komme unter der Bezeichnung SV Venne nicht genügend zur Geltung. Außerdem sei der Verein 1928 unter dem Namen TV Venne gegründet worden und das Jubiläum könne nur unter diesem Namen gefeiert werden.

Auf einer eigens dazu einberufenen Versammlung entschieden sich die Mitglieder mit Stimmenmehrheit für den Namen „Turn- und Sportverein (TSV) Venne 1928“.

Unter dieser Bezeichnung wurde der Verein dann auch in das Vereinsregister eingetragen.

Das Jubiläum wurde im September 1953 in Verbindung mit dem Kreissportfest gefeiert. Es beteiligten sich 138 Sportlerinnen und Sportler an den Wettkämpfen, die alle Sportarten umfassten. Schulleiter Heinrich Buddenberg gab in seiner Festrede einen Überblick über den Werdegang des Vereins ab 1928.

Im Verein wurde inzwischen auch etwas für die Freizeitgestaltung getan. Die Karnevalsabteilung, 1948/49 gegründet, hatte sich fest etabliert. Die von der Abteilung durchgeführten Veranstaltungen (damals noch Maskenbälle) hatten schon bald einen festen Platz im Veranstaltungskalender des Dorfes und waren beliebte und gern besuchte Feste. Da damals der Begriff „Urlaub“ noch ein Fremdwort war, waren für die Mitglieder des TSV die jährlichen Busausflüge ein willkommener Ersatz. Die Fahrten führten ins Sauerland, Harz, Rhein, Mosel und Nord- und Ostsee. Das Interesse und damit die Beteiligung an diesen Fahrten war enorm, die Busse immer voll besetzt.

Eine schwere Zeit für den Venner Sport, insbesondere für die Fußballabteilung, begann im Herbst 1957. Mit dem Beginn der Bauarbeiten für die neue Volksschule auf dem Schulverbandseigenen Sportplatz stand dieser urplötzlich nicht mehr zur Verfügung. Jetzt erst bemühten sich Samtgemeinde und Schulverband Venne um einen neuen Platz. In Zusammenarbeit mit dem Vorstand des TSV gelang es, von Herrn Wilhelm Meyer zu Venne in unmittelbarer Nähe des alten Sportplatzes ein Gelände anzupachten das als Sportplatz hergerichtet werden konnte. Aber bis zur Fertigstellung vergingen immerhin 2 Jahre, in denen die Fußballabteilung (Erste, Zweite und auch Jugendmannschaft) ihre Spiele auswärts austragen musste. Die Wiese, die der Landwirt Horst Große-Nordhaus an der Hauptstraße dem Verein zur Verfügung stellte und die als Behelfsplatz eingerichtet wurde, war nur ein Notbehelf. So mussten alle Heimspiele in Hunteburg ausgetragen werden. Dass unter diesen Umständen der Spielbetrieb der Fußballabteilung aufrecht erhalten werden konnte, ist bewundernswert und neben dem unermüdlichen Einsatz von Willi Schütte vor allem der Kameradschaft der Spieler untereinander zu verdanken. Die uralte Fußballweisheit „Elf Freunde müsst ihr sein, wenn Ihr bestehen wollt“ traf auf die Venner Fußballer jener Jahre besonders zu. Dass man nach den Spielen noch zusammensaß, erzählte und frohe Lieder sang, war selbstverständlich. Es wäre keinem der überdurchschnittlich guten Spieler, von denen der TSV auch zu der Zeit einige aufzuweisen hatte, auch nur im Traum eingefallen, den Verein zu verlassen und für Geld woanders zu spielen. Man war Venner und spielte für den TSV, etwas anderes gab es nicht. Der in einem oft gesungenen Fußballlied vorkommende Vers „Haltet den Verein in Ehren, dass er blühe fort“ war keine leere Floskel. Er gab die innere Überzeugung der Spieler wieder. In dieser Hinsicht hat es im Sport speziell im Fußball manche Änderung gegeben. Ob zum Besseren sei dahingestellt. Mit finanzieller Hilfe des Sportbundes und des Fußballverbandes (hier sei an die führenden Männer dieser Verbände Hermann Franke, Josef Lassalle und Gustav Wichard erinnert) und mit erheblicher Eigenleistung des TSV konnte der neue Platz hergerichtet werden. Im Mai 1959 war es soweit – Die Platzeinweihung konnte erfolgen. Die Bezirksregierung hatte nach zähen Verhandlungen den Platz frei gegeben, der Verein hatte wieder eine sportliche Heimat. Ein großes Kreissportfest, an dem sich an die 320 Sportler aus dem ganzen Kreisgebiet beteiligten und es zur größten Veranstaltung dieser Art nach dem Kriege machten, rundete die Feiern der Platzeinweihung ab.

Mit dem Schulbau wurde 1959 auch eine Turnhalle fertiggestellt. Der Verein hatte wieder einen Sportplatz, eine Turnhalle und es konnten sich neue Aktivitäten entfalten. Die Leichtathletikabteilung unter Jürgen Knuth konnte Erfolge verzeichnen, Sportabzeichen wurden jährlich in großer Anzahl verliehen. Frau Gerlitz (Vallowe) sorge dafür, dass die Damenturn- und Gymnastikabteilung Zuspruch fand und dem Verein neue Mitglieder brachte. Die von Heinrich Vallowe organisierten Jugendlager auf der Insel Langeoog fanden jährlich mit hoher Beteiligung statt.

Auf Grund dieser Aktivitäten stieg die Mitgliederzahl stetig an. Zwar verließen einige Mitglieder den TSV, um sich dem neu gegründeten Nachbarverein SV Schwagstorf anzuschließen, aber diese Verluste wurden schnell wettgemacht. Hierzu trug auch die Bildung einer Versehrtensportabteilung bei, die körperlich behinderten Personen die Möglichkeit bot, am Sport teilzunehmen.

Auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 1960 konnte Vorsitzender Werner Lüssenheide mitteilen, dass 160 Mitglieder dem Verein angehören. Das mag heute als eine geringe Zahl erscheinen, aber für das damals noch kleine Venne war es eine ganze Menge.

Insgesamt kann gesagt werden, dass sich zu diesem Zeitpunkt ein Wandel in der Vereinsstruktur vollzogen hatte, War der TSV Venne vorher ein Verein gewesen, in dem zunächst Turnen und später Fußball vorrangig gewesen war, so war er nun zu einem Verein geworden, in dem in mehreren Abteilungen Breitensport betrieben wurde. Und dieser Trend sollte sich noch weiter fortsetzen.

1960 – Gegenwart Nachdem schon Ende der 50er Jahre Bestrebungen im Gange waren, Tischtennis im Verein zu spielen, wurde dieses Vorhaben jetzt nach Fertigstellung der Turnhalle forciert. 1964 wurde die Tischtennisabteilung gegründet. Sie hatte sofort starken Zulauf, konnte Erfolge aufweisen und wurde schon bald neben Fußball zum Aushängeschild des Vereins. Bis zu dieser Zeit hatten sich die Fußballspieler im Vereinslokal Lüssenheide umgezogen und waren zu Fuß zum Platz gelaufen – ein besonders bei Regen und Kälte unhaltbarer Zustand. Nach Sicherstellung der Finanzierung durch Zuschüsse der Samtgemeinde Venne und der Sportverbände konnte 1965 mit dem Bau der ersten Umkleidehalle auf dem Sportplatz begonnen werden. Mit Hilfe von Spenden – so stiftete Herr Große-Nordhaus das gesamte Holz für den Bau – der tatkräftigen Unterstützung von Zimmermeister Heinz Buhr und mit erheblicher Eigenleistung der Fußballer wurde der Bau fertiggestellt und konnte 1967 in Betrieb genommen werden. Nach dem TV 01 Bohmte hatte nun der TSV Venne als 2. Verein im Altkreis Wittlage ein Umkleidegebäude direkt am Sportplatz.

Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsgeschehen war die Festwoche anlässlich des 40-jährigen Bestehens im Jahre 1968. Sie wurde mit einem Festakt im Saale Linnenschmidt eingeleitet, auf dem im Beisein vieler Ehrengäste Vorsitzender Werner Lüssenheide einen Rückblick auf die vergangenen 40 Jahre gab und verdienten Sportlern Ehrennadeln überreichte.

Auf Initiative des damaligen Kreisjugendpflegers Hans-Eberhard Dreinhöfer kam eine Verbindung zum französischen Sportklub BC Bolbec zustande. Die Sportler aus der Normandie waren erstmals Pfingsten 1969 bei uns zu Gast und beteiligten sich am Pokalturnier. Im September des gleichen Jahres erfolgte der Gegenbesuch in Bolbec. Alle die daran teilgenommen haben, werden sich noch an diese Fahrt durch Belgien und Nordfrankreich erinnern. Besonders beeindruckend war neben der überaus freundlichen Aufnahme in den Bolbecer Familien die Vorbeifahrt des Busses an den vielen Heldenfriedhöfen, auf denen unzählige Gefallene des ersten und zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Nach einigen Besuchen und Gegenbesuchen löste sich dann aber die Verbindung zu unseren französischen Freunden. Eine andere Zeit war angebrochen, man flog lieber 3 Stunden nach Mallorca als sich auf eine 10 und mehrstündige Fahrt nach Bolbec zu begeben.

Ein sportlich erfolgreiches Jahr war 1970. Die erste Tischtennis-Damenmannschaft stieg in die Verbandliga auf, dem schon 1973 der Aufstieg in die erste Verbandsliga folgte. Evelin Müller (Buhr) wurde 2-fache Bezirksmeisterin – im Einzel wie auch im Doppel. Die erste Tischtennis-Herrenmannschaft konnte von der zweiten Bezirksliga in die Erste aufsteigen. Die 1. Fußballmannschaft wurde Meister der Kreisklasse Wittlage und stieg erstmals in die Bezirksklasse auf. Bedingt durch einige unglückliche Niederlagen fehlten hier zum Schluss 2 Punkte zum Klassenerhalt und die Mannschaft musste wieder absteigen.

Kassenwart Otto Lüssenheide konnte auf den Versammlungen immer von einer guten Finanzlage berichten, jährlich waren Überschüsse zu verbuchen. Hierzu trugen neben den Mitgliedsbeiträgen vor allem die Einnahmen bei den Pfingstturnieren bei, aber auch die Einnahmen aus der Parkwache, die von den Mitgliedern der Fußballballabteilung beim jährlichen Motocrossrennen übernommen wurden, waren beträchtlich. Dazu kam als Einnahmequelle die Veranstaltungen der Karnevalsabteilung. Hier war man schon 1959 dazu über gegangen, wie in den Karnevalshochburgen Galasitzungen zu veranstalten. Die Einnahmen aus diesen immer gut besuchten Veranstaltungen kamen dem TSV zugute und trugen wesentlich mit dazu bei, dem Verein eine gesunde wirtschaftliche Basis zu sichern.

Trotzdem kam der Verein 1973 nicht um eine Beitragserhöhung herum. Die Beiträge wurden auf der Versammlung dieses Jahres festgesetzt auf jährlich 8,00 DM für Schüler, 15,00 DM für Jugendliche und 30,00 DM für Erwachsene. Der Familienbeitrag betrug 60,00 DM. Die Mitgliederzahl hatte zu diesem Zeitpunkt schon die 350er Marke überschritten.

In diesem Jahr trat der 2. Vorsitzende Heinrich Vallowe zurück. Er hatte dieses Amt schon vor dem Krieg inne gehabt und es danach seit 1949 ununterbrochen ausgeübt. Ihm wurde für seine Verdienste gedankt, indem man ihn zum Ehrenvorstandsmitglied ernannte. Sein Nachfolger als 2. Vorsitzender wurde Wilhelm Meyer.

Ein sportlicher Höhepunkt der 60er, 70er und 80 er Jahre waren die jährlichen Fußbal1-Pokalturniere an den Pfingsttagen. Sie hatten einen festen Platz im Veranstaltungsplan und so wie man zum Schützenfest ging, war auch ein Gang zum Sportplatz an diesen Tagen eine Selbstverständlichkeit. Neben gutem Sport wurde den Besuchern auch sonst allerlei an Kurzweil geboten. Unzählige Anekdoten ranken sich um diese Veranstaltungen; wobei auch der Humor nie zu kurz kam.

Schriftführer Otto Lüssenheide gab dieses Amt 1973 ab, weil er mit der Kassenführung reichlich zu tun hatte. Theo Freier wurde sein Nachfolger, er ist auch heute noch Schriftführer des Vereins.

Seit 1950 war die Gastwirtschaft Lüssenheide das Vereinslokal des TSV Venne gewesen. Die Sportler hatten sich hier wohlgefühlt, sie waren dort zu Hause. Da die Pachtung zum 30. Juni 1973 aufgegeben wurde, musste ein anderes Lokal gefunden werden. Die Vereinsmitglieder entschieden sich für die Gaststätte „Zum Löwen“, dessen Inhaber Willi Imbusch ein Förderer und verdientes Mitglied des TSV Venne war. Die Gaststätte „Zum Löwen“ ist auch heute noch das Vereinslokal.

Die Verwaltungs- und Gebietsreform mit der Eingemeindung der Samtgemeinde Venne nach Ostercappeln blieb auch für den Sport und für den TSV Venne nicht ohne Folgen. Im Fußball wurden neue Klasseneinteilungen vorgenommen, der TSV Venne wurde der Bersenbrücker Staffel zugeordnet. Dies führte zu erheblichen Umstellungen. Waren vorher Fahrten nach Lintorf oder Wimmer das weiteste gewesen, so standen nun Fahrten nach Berge, Grafeld, Quakenbrück etc. an. Spieler und Betreuer setzten ihre PKW’s ein, um dem Verein Fahrtkosten zu ersparen. Ein besonderer Dank gebührt an dieser Stelle der Firma Schomaker, die insbesondere den Jugendmannschaften Kleinbusse für die nun weiteren Fahrten zu den Spielorten zur Verfügung stellte.

Aber die Eingemeindung brachte dem TSV auch Vorteile. Die Großgemeinde hatte andere finanzielle Möglichkeiten um so wie die frühere Samtgemeinde Venne für den Sport eingetreten war und ihn unterstützt hatte, so hatte auch Rat und Verwaltung der Gemeinde Ostercappeln für die Belange des Sports ein offenes Ohr. Auf dem Sportplatz wurden Spielfläche und Leichtathletikanlagen renoviert und neu hergerichtet. Die Schulturnhalle – eigentlich nur eine Gymnastikhalle – war schon seit Jahren für den Hallensportbetrieb zu klein. Da sie auch der immer mehr anwachsenden Tischtennisabteilung für Punktspiele zur Verfügung stehen musste, wurde es immer schwieriger, den Abteilungen Gelegenheit zur Ausübung ihres Sports in der Halle zu vermitteln. So wurde der Ruf nach einer größeren Halle immer Lauter. Dem trug die Gemeinde Ostercappeln Rechnung und im Jahre 1977 wurde mit dem Bau einer zweiten, größeren Halle begonnen. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf mehr als 500 angestiegen, denen mit der Fertigstellung der Halle 1979 mehr Möglichkeiten gegeben war, in den einzelnen Abteilungen ihren Sport zu betreiben.

Dazwischen konnte der TSV im Jahre 1978 sein 50-jähriges Bestehen feiern. Die unter der Regie von Reinhold Laumerich herausgegebene Festzeitschrift zeigte den Werdegang des Vereins über 50 Jahre und die Entwicklung der einzelnen Abteilungen bis zu diesem Zeitpunkt. Beeindruckend die Festrede von Werner Lüssenheide auf dem Festakt vor einer großen Anzahl geladener Gäste. Im sportlichen Teil der Festwochen konnten dann alle Abteilungen beweisen und zeigen, dass im TSV Venne Sport in vielen Variationen betrieben werden kann. Diese Breitenarbeit wurde durch die neue Turnhalle noch begünstigt. Wilma Barrenpohl leitete die Mutter und Kind-Turnriege, Volleyball wurde gespielt, Elisabeth Meyer führte die älteren Schülerinnen und Schüler dem Turnen und der Leichtathletik zu. Bernhard Lau leitete die Schwimmabteilung, die von ihm gegründet worden war und auch das Jugendlager, inzwischen von der Insel Langeoog nach Wangerooge verlegt, bot zahlreichen Jugendlichen jährlich Erholung, verbunden mit einem bunten Sportprogramm.

Auf der Jahreshauptversammlung des Jahres 1980 wurde erstmals ein Bericht der Tennisabteilung von ihrem Leiter Josef Schlitz vorgetragen. Die Abteilung war in erster Linier auf Initiative von Rolf Meyer zu Venne gegründet worden und hatte zu diesem Zeitpunkt schon an die 80 Mitglieder, womit die Gesamtmitgliederzahl des Vereins auf über 600 Mitglieder anstieg. Der Trainingsbetrieb der Tennisabteilung fand zunächst in der neuen Turnhalle statt, aber finanzielle Unterstützung durch den Sport, der Gemeinde und des Landkreises sowie erhebliche Eigenleistungen der Tennisspieler machten die Erstellung von zwei Tennisplätzen möglich, die im Mai 1981 eingeweiht werden konnten.

Wilhelm Meyer stellte 1983 sein Amt zur Verfügung. Er war zehn Jahre lang der 2. Vorsitzende des Vereins gewesen. Zum neuen 2. Vorsitzenden wurde einstimmig Werner Siegmann gewählt. Werner Lüssenheide konnte der Versammlung mitteilen, dass zu diesem Zeitpunkt 710 Mitglieder dem Verein angehörten.

Mit der Verwirklichung des Grünordnungsplan Venne durch die Gemeinde war der Bau eines zweiten Sportplatzes in Venne möglich geworden. Er wurde mit einer Flutlichtanlage versehen, so konnte die Fußballabteilung auch in den Wintermonaten draußen trainieren. Damit ging ein lang gehegter Wunsch dieser Abteilung in Erfüllung.

Kassierer Otto Lüssenheide trat 1985 aus Altersgründen nach über 30-jähriger Tätigkeit im Verein von diesem Amt zurück. Werner Lüssenheide dankte ihm für seine langjährige Tätigkeit für den TSV mit einem Ehrenteller und der Ernennung zum Ehrenvorstandsmitglied. Jürgen Keisker wurde einstimmig als Nachfolger Otto Lüssenheides in das Amt des Kassierers gewählt.

Die Meisterschaft der 1. Fußballmannschaft und der Aufstieg in die Bezirksklasse im Jahre 1985 bewies erneut, das im TSV in allen Abteilungen gute Arbeit geleistet wurde. Mit der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Werner Lüssenheide durch den Landkreis Osnabrück im Jahre 1986 wurden dessen Verdienste um den Sport im ganzen und für den TSV Venne im besonderen von höherer Stelle anerkannt.

Interessant ist es, die Beitragssätze im TSV zu verfolgen, deren Angleichung von Zeit zu Zeit unerlässlich war, um dem Verein vor finanziellen Engpässen zu bewahren.

Die Beiträge betrugen:


1973 für Jugendliche bis 18 Jahre 15,00 DM jährlich
  für Mitglieder über 18 Jahre 30,00 DM jährlich
  Familienbeitrag 60,00 DM jährlich
1981 für jugendliche bis 18 Jahre 15,00 DM jährlich
  für Mitglieder über 18 Jahre 36,00 DM jährlich
  Familienbeitrag 72,00 DM jährlich
1985 für jugendliche bis 18 Jahre 18,00 DM jährlich
  für Mitglieder über 18 Jahre 60,00 DM jährlich
  Familienbeitrag 96,00 DM jährlich

Das in den Jahren 1965 und 1966 errichtete Umkleidegebäude auf dem Sportplatz war inzwischen zu klein geworden. Auf war es veraltet und genügte den Ansprüchen nicht mehr. Da sowohl Sportverbände, der Landkreis und auch die Gemeinde Ostercappeln Zuschüsse in Aussicht stellten entschloss sich der Vorstand des Vereins, dass alte Gebäude abzubrechen und ein neues und größeres zu errichten. Mit dem Abbruch des alten Gebäudes begann im Herbst 1985 der erste Bauabschnitt. Bei einem Kostenvoranschlag von insgesamt 350.000,00 DM mussten Eigenleistungen in Höhe von 90.000,00 DM erbracht werden. Dank des Einsatzes der Mitglieder der Fußballabteilung, die sämtliche Maurer- und Zimmererarbeiten verrichteten, der Unterstützung durch die Firma Schomaker und der Hilfe des TSV-Mitgliedes Werner Schröder, der die Bauleitung hatte, gelang es, dass Gebäude in allen Bauabschnitten Fertigzustellen, ohne den Verein finanziell zu belasten. Der erst Bauabschnitt konnte 1986 fertiggestellt werden, der 2. Bauabschnitt, der Klubraum wurde Anfang 1989 in Betrieb genommen. Bei der Einweihung würdigte Werner Siegmann, der die Arbeiten organisiert hatte, besonders die Leistungen der Sportkameraden Willi Schütte, Reinhard Kintzel, Siegfried Baummann, Werner Schröder und Günther Buhr. Insgesamt wurden für den Bau 6.400 freiwillige Arbeitsstunden erbracht. Bei einem angenommenen Stundenlohn von 15,00 DM ergibt das die stolze Summe von 96.000,00 DM. Eine Leistung auf die jeder Stolz sein kann, der daran mitgewirkt hat.

Die Jahreshauptversammlung des Jahres 1989 brachte eine tiefgreifende Änderung. Werner Lüssenheide, der den TSV Venne 37 Jahre mustergültig geleitet und ihn in dieser Zeit aus kleinsten Anfängen zu einem Verein mit nunmehr 800 Mitgliedern geführt hatte, kandidierte nicht mehr als 1. Vorsitzender. Unter seiner Regie war der TSV Venne zu einem Verein geworden, wo neben dem Leistungssport auch der Breitensport seinen Platz hat. Seine Verdienste wurden gebührend gewürdigt. Ihm wurde gedankt mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.

Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm Werner Siegmann, 2. Vorsitzender wurde Werner Elstrodt. Die Vereinssatzung datierte noch aus dem Gründungsjahr 1928 und entsprach in keiner Weise mehr den jetzigen Ansprüchen. Sie wurde überarbeitet, in neuer Form der Versammlung vorgelegt und von dieser 1991 einstimmig genehmigt. Auch das Amtgericht hatte keine Einwände, sie wurde dort genehmigt und eingetragen.

Fußballer und die Donnerstagsgruppe nahmen nach der Wende Verbindungen zu Sportvereinen in Gera und Falkensee auf. Man traf sich zu Besuchen und Gegenbesuchen. Während der Verbindung der Donnerstagsgruppe zu Falkensee noch besteht und man sich gegenseitig trifft, ist die Verbindung zum Sportverein in Gera nicht mehr vorhanden.

Werner Siegmann musste 1992 aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz im Verein abgeben. Er war 33 Jahre im Vorstand des Vereins tätig gewesen, davon 3 Jahre als erster Vorsitzender. Er wurde mit Dank für seine Arbeit für den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. 1. Vorsitzender wurde Friedel Imbusch, der dieses Amt auch noch jetzt ausübt. Der Plan von Werner Siegmann, auf den Umkleidegebäude eine Wohnung auszubauen, dessen Mieter die Platzpflege und die Bewirtschaftung des Klubraumes übernehmen sollte, wurde nicht mehr ausgeführt, obwohl eine Garantiebürgschaft der Gemeinde Ostercappeln für eine Kreditaufnahme vorlag. Der Vorstand befürchtete, dass der Verein den Kapitaldienst für ein aufzunehmendes Darlehen nicht aufbringen könnte. Anstelle einer Wohnung wurde nun im Dachgeschoss des Gebäudes weitere Umkleidemöglichkeiten geschaffen.

Die Tennisabteilung war mittlerweile auf über 150 Mitglieder angewachsen, die vorhandenen Plätze reichten nicht mehr aus. Die Gemeinde Ostercappeln hatte vom Landwirt Ernst Meyer-Holtkamp in der Nähe der vorhandenen Tennisplätze eine Fläche angekauft, auf der nun zwei weitere Tennisplätze errichtet werden konnte, die schon 1993 für den Spielbetrieb freigegeben wurden. Auch dieses Vorhaben konnte nur verwirklicht werden, weil neben den Zuschüssen von den Sportbünden, dem Landkreis und der Gemeinde Ostercappeln von den Mitgliedern der Tennisabteilung enorme Eigenleistung erbracht wurden. 2.600 Arbeitsstunden wurden geleistet, was einen finanziellen Beitrag von 40.000,00 DM gleichkam.

Die Mitgliederzahl des Vereins war inzwischen auf über 1.000 angestiegen.

Werner Elstrodt trat 1995 als 2. Vorsitzender zurück, sein Nachfolger wurde Peter Hosch.

Mit der Gründung der Ski-Abteilung im Jahre 1996 wurde auch den Anhängern des Wintersports die Möglichkeit gegeben, diese Sportart in Venne populär zu machen und zu fördern.

Das 70-jährige Bestehen des Vereins wurde mit einer Festwoche des Sports begangen, auf eine besondere Feier wurde in Hinblick auf das in fünf Jahren anstehende 75-jährige Jubiläum verzichtet. Lediglich die Personen, die 1946 den Verein wiedergegründet hatten und die Sportler die sich in den ersten Nachkriegjahren sportlich betätigt und damit den Grundstein für die Entwicklung und den späteren Aufbau des TSV gelegt hatten, waren zu einem Treffen der Ehemaligen eingeladen worden und zahlreich erschienen. Es waren Sportkameraden darunter, die sich jahrelang nicht gesehen hatten. Bei Kaffee und Kuchen kam schnell eine lebhafte Unterhaltung in Gang. Unter ehemaligen Fußballern, Turnerinnen und Turnern, Handballdamen- und Herren wurden Ereignisse ausgetauscht und Erinnerungen aufgefrischt, die längst in Vergessenheit geraten waren. Manch fröhlicher Gelächter klang auf, wenn an heitere Begebenheiten aus den Anfangsjahren erinnert wurde. Aber auch Berichte von den Festen und „Holskenbällen“ jener Zeit, auf denen selbstgebrannter Rübenschnaps eine nicht zu unterschätzende Rolle gespielt hatte, gehörten dazu und lösten Heiterkeit aus. So verging dieser Nachmittag viel zu schnell und beim Abschied wurde der Wunsch geäußert, ein solches Treffen schon bald zu wiederholen.

Das Amt des 2. Vorsitzenden war 1997 auf Hermann Dreising übergegangen, der es aber schon nach 2 Jahren wegen beruflicher Überlastung aufgab. So wurde 1999 Reinhard Büttner zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Mit der Gründung der Beachvolleyball-Abteilung und der Errichtung der Anlage für diesen Sport im Jahre 2000 fand die Ausweitung des sportlichen Angebots im TSV Venne ihren vorläufigen Abschluss.

Der TSV Venne kann heute, 75 Jahre nach seiner Gründung mit Recht stolz sein, auf das, was er in diesen 75 Jahren geschaffen hat, und was sportlich geleistet worden ist. Es gehörten zur Zeit rund 1.200 Mitglieder dem Verein an, der damit der größte Verein der Ortschaft Venne ist. Diesen Mitgliedern bietet der Verein die Möglichkeit, in seinen zahlreichen Abteilungen je nach Neigung Leistungssport oder auch Freizeitsport zu betreiben und sich durch sportliche Betätigung fit zu halten. Jugendliche haben weiterhin die Möglichkeit, am sommerlichen Jugendlager auf der Insel Wangerooge teilzunehmen wie überhaupt die Jugendarbeit im Verein ein Hauptanliegen des Vorstandes war und ist. In den jeweiligen Abteilungen betreuen Jugendleiterinnen und Jugendleiter mit ihren Helfern zahlreiche Kinder und Jugendliche und führen sie dem Sport zu. Sie opfern dafür einen großen Teil ihrer Freizeit ohne Bezahlung dafür zu verlangen, wobei der erzieherische Aspekt ihrer Arbeit nicht vergessen werden darf. Dass der TSV Venne durch diese intensive Jugendarbeit im Gegensatz zu anderen Vereinen unserer Ortschaft auch finanziell belastet wird, sei nur am Rande vermerkt.

Das auch Gesellschaft im TSV gepflegt wird, zeigt die Karnevalsabteilung, deren Veranstaltungen nach wie vor viele Gäste nach Venne lockt.

So hat sich der TSV Venne seit 1928 von einer kleinen Gruppe Turnen zu einem Verein entwickelt, der alle Forderungen erfüllt, die man an einen modernen Sportverein stellt. Es wird in gewissem Maße Leistungssport betrieben, aber auch der Breitensport hat seinen ihm gebührenden Platz im Verein.

In der nunr 75-jährigen Geschichte des TSV Venne hat es immer Frauen und Männer gegeben, die sich für den Sport im allgemeinen und für die Interessen des TSV Venne im besonderen eingesetzt haben. Ihren Einsatz und ihrem Idealismus ist es zu verdanken, dass der Verein trotz aller Schwierigkeiten, die es zweifellos auch gegeben hat zu dem geworden ist, was er heute darstellt. Ihnen an dieser Stelle dank für ihre Arbeit zu sagen, ist dem Verein Verpflichtung.

Mögen sich auch in den kommenden Jahre Frauen und Männer finden, die bereit sind, ihre Freizeit und ihre Kraft uneigennützig für den TSV Venne einzusetzen. Zum Wohle des Sports und zum Wohle der Jugend.


1. Vorsitzende  
1928 Dr. Härtel
1929 Friedrich Köster
1929 – 1931 Rektor Friemann
1931 – 1933 Hermann Höner zu Drewer
1933 – 1934 Fritz Schwarz
1934 – 1940 Hugo Klein
1946 Wilhelm Meyer
1947 – 1949 Heinrich Meyer
1945 – 1952 Willy Scholle
1952 – 1989 Werner Lüssenheide
1989 – 1992 Werner Siegmann
1992 – 2004 Friedel Imbusch
2004 – 2010
Heinrich Meyer
seit 2010 Reinhard Büttner

2. Vorsitzende  
1928 Hermann Höner zu Drewer
1935 – 1940 unbekannt
1946 – 1973 Heinrich Vallowe
1973 – 1983 Wilhelm Meyer
1983 – 1989 Werner Siegmann
1989 – 1995 Werner Elstrodt
1995 – 1997 Peter Hosch
1997 – 1999 Hermann Dreising
1999 – 2010
Reinhard Büttner
seit 2010 Walter Heim

Schriftführer  
vor 1934 unbekannt
1934 – 1940 Heinrich Buddenberg
1946 – 1952 Heinrich Buddenberg
1952 – 1973 Otto Lüssenheide
seit 1973 Theo Freier

Kassenwart  
1928 – 1940 Wilhelm Miefert
1946 Heinrich Vallowe
1947 – 1949 Wilhelm Miefert
1949 – 1952 Heinrich Vinke
1952 – 1985 Otto Lüssenheide
1985 – 2010
Jürgen Keisker (seitdem 2. Kassenwart)
seit 2010 Mareike Thelker